Pflegeaktion auf dem Dörnaer Platz

 

Auf dem „Dörnaer Platz“, etwa 6 km westlich Mühlhausen, befindet sich eines der wenigen bedeutenden Vorkommen der Gelbbauchunke in Thüringen. Seit 2004 ist der Dörnaer Platz ein FFH-Gebiet (Schutzgebiet entsprechend der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie der EU).

Durch die langjährige militärische Nutzung als Truppenübungsplatz der Nationalen Volksameee (NVA) der DDR hatte sich hier eine Vielzahl Fahrspurrinnen und temporäre Gewässer gebildet, die optimale Lebens- und Reproduktionsbedingungen für die Gelbbauchunken darstellten.

Mit der Nutzungsänderung nach der Wende, sprich Ausbleiben des Befahrens mit schwerer Kfz-Technik, eigneten sich die Fahrspurrinnen als Lebens- und Reproduktionshabitat für die Gelbbauchunken durch die fortschreitende Sukzession immer weniger.

Hinzu kommt ein, in den letzten Jahren vor allem im Fortpflanzungszeitraum, offensichtlich zunehmendes Niederschlagsdefizit.

Besiedelten 1987 noch etwa 3000 Individuen das Gebiet, so waren es 1996 nur noch ca. 700 Tiere.

Um diesem Negativtrend entgegenzuwirken wurden durch die UNB des Unstrut-Hainich-Kreises wiederholt Fahraktionen mit schwerer Kfz-Technik organisiert.

Die letzte „Rettungsaktion“ fand am 26.10.2013 statt, verantwortlich für deren Durchführung war unser ART-Miglied vor Ort: Eberhard Lehnert.

Wir waren gespannt, wie sich das 2014 auswirkt. Die Ergebnisse finden Sie hier.

 

Die Wetterverhältnisse waren optimal: Nachts hatte es noch mal geregnet und laut Wetterbericht sollte es aufklaren und keinen weiteren Regen geben.
Die „Technikfreunde Mühlhausen“ kamen mit Fahrzeugen der ehemaligen NVA, die als Oldtimer im Original-Zustand betrieben werden.
Nach einer kurzen Lagebesprechung mit den Fahrzeug-Chefs rückten die Fahrzeuge, 2 Ural 375D und 1 LO-Robur 2002, gegen 11 Uhr an.
Gleich der erste Fahrversuch an der Schichtwasserquelle endete nach wenigen Metern im Fiasko. Der Ural steckte bis über die Achse im Schlamm.
Nach ca. 30 min hatte der zweite Ural das Fahrzeug herausgezogen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen - eine fast 1 m tiefe "Fahrspur".
Nun ging es zügig Spur um Spur, jetzt aber vom unteren Ende der Schichtwasserstelle aufwärts, bis es wieder kritisch wurde.
Als nächstes wurde das große Flachgewässer angefahren. Vorsichtig - aus Schaden wird man klug - fuhr diesmal der leichtere LO als erstes ohne Probleme durch das Gewässer, dann folgten die beiden Ural.
Dieses Bild zeigt die Schichtwasserquelle einige Tage nach der Fahraktion. Es sieht gut aus!