Erhaltung und naturnahe Entwicklung von Bächen für den Feuersalamander im Thüringer Wald

Der Feuersalamander benötigt naturnahe Bäche und Laubmischwald (Foto: Thomas Stephan)
Der Feuersalamander ist die wichtigste Leitart der Projekte (Foto: Thomas Stephan)
Die Ringelnatter profitiert von lichten Waldsaumstrukturen und jagt gern am Sandbach (Foto: Thomas Stephan)
Typisches Feuersalamandergewässer im Einzugsgebiet der Zahmen Gera (Foto: Martin Schmidt)
Oberlauf der Zahmen Gera (Foto: Martin Schmidt)
Typisches Feuersalamandergewässer im Einzugsgebiet des Erbstroms (Foto: Martin Schmidt)

Im Thüringer Wald findet sich eine außerordentliche hohe Dichte von Fließgewässern. In den Quellbächen und Bachoberläufen leben eine Vielzahl besonders angepasster Organismen wie der Feuersalamander, die Bachforelle, die Groppe, das Bachneunauge oder die Zweigestreifte Quelljungfer.

In den letzten Jahren sind diese und andere Arten seltener geworden. Ein Grund: Die Bachtäler sind bis an das Ufer mit Fichten bestanden. Fichtennadeln können nur sehr wenigen Fließgewässerorganismen als Nahrung dienen. Durch das regelmäßige „Aufräumen“ im Bach gibt es kaum noch Totholz und damit wenig Strukturreichtum. Außerdem stellen die unter querenden Forstwegen eingebauten oft zu gering dimensionierten Rohrdurchlässe und vorhandene Abstürze ein erhebliches Wanderhindernis für viele Fließgewässerarten dar.

Gemeinsam mit dem ThüringenForst und weiteren Partnern wird die Naturstiftung David in zwei mehrjährigen Projekten den Lebensraum von Feuersalamander, Bachforelle und Bachneunauge im Thüringer Wald erhalten und verbessern. Die Besonderheit dabei: Die Naturstiftung betrachtet nicht nur einzelne Gewässerabschnitte sondern größere Einzugsgebiete.

Erhaltung, Entwicklung und Vernetzung der Feuersalamandervorkommen stehen bei dem Projekt im Einzugsgebiet der Gera im Fokus. Das Kooperationsprojekt mit der Allianz Umweltstiftung und der Michael Otto Stiftung wird im Rahmen des Bundesprogrammes Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert. Der Erfolg der Maßnahmen wird an der Entwicklung der Populationen gemessen.

Im Einzugsgebiet der Werra investieren Europa und der Freistaat Thüringen bei der Erhaltung und naturnäherer Entwicklung schmaler Waldfließgewässersysteme in die ländlichen Gebiete. Die Fördermittel werden von der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt ausgereicht.

 

Den Vortrag des Projektleiters Dr. Dierk Conrady auf der ART-Jahrestagung 2013 können Sie hier downloaden.

Weitere Informationen stehen unter www.naturstiftung-david.de/waldbach