"Thüringen ist eines der artenreichsten Bundesländer und trägt entscheidende Verantwortung für die

 

Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland und Europa. Der Artenschutz hat zum Ziel, diese

 

Vielfalt als wichtiges Erbe für zukünftige Generationen in ihrer natürlichen und historisch gewachsenen

 

Umwelt zu erhalten."

 

                                                           Thüringer Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt

 

 

 

Die Wechselkröte wurde in den Anhang IV der europäischen FFH-Richtlinie aufgenommen, so dass sie im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes eine streng geschützte Art ist. Die Wechselkröte wird seit Jahren in der Roten Liste Thüringen als "vom Aussterben bedrohte Art" geführt. Es existieren nur noch wenige große Vorkommen. Das bedeutendste in Mittelthüringen umfasst mit 50 Rufern eine auch im bundesweiten Maßstab bemerkenswerte Größenordnung. Es befindet sich in einem Steinbruch bei Burgtonna (Lkr. Gotha) inmitten eines aktiven Abbaugebietes - eine typische Situation für Pionierarten.

 

Umso erschrockener sind wir über Berichte, dass gegenwärtig die Laichplätze dieser Art dort verfüllt werden. Das ist weder mit europäischem noch mit Bundesrecht vereinbar. Auch musste die Betreiberin des Steinbruchs erst darauf hingewiesen werden, dass Artenschutzrecht für jedermann und damit auch für Bergbaubetriebe gilt. Die Situation in Burgtonna wurde auf der ART-Jahrestagung 2013 vorgestellt. Die Präsentation kann hier heruntergeladen werden.

 

Andererseits ist die weitere Existenz von Pionierarten wie der Wechselkröte davon abhängig, dass immer wieder neue Gewässer geschaffen werden. Eine dauerhafte Sicherung ist damit immer nur in Zusammenarbeit mit dem Bergbau-Betrieb möglich. Dass dies nicht nur gelingen, sondern auch für beide Seiten Vorteile haben kann, zeigt die Basalt-Actien-Gesellschaft, Deutschlands größter Betreiber von Hartgestein-Steinbrüchen: www.basalt.de/unternehmen/natur.html

 

Hier ist es gelungen, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu etablieren, die letztlich in eine belastbare Vereinbarung mündete. Heute stimmen sich Bergbaubetrieb und Naturschutz über die Abbauaktivitäten ab. Davon profitieren beide Seiten: Die Lebensräume der Arten werden gesichert und der Abbaubetrieb wird fachlich gut beraten und erlangt hinsichtlich des Artenschutzrechtes Planungssicherheit.

 

 

Generell sind Behörden und Naturschutzverbände gehalten, bei aller Kompromissbereitschaft, dafür Sorge zu tragen, dass sich der in der Thüringer BioDivStrategie dokumentierte schlechte Erhaltungszustand der Wechselkrötenpopulationen bessert und nicht weiter verschlechtert. Letztlich verpflichtet dazu auch die FFH-Richtlinie.

 

 

Der ART e.V. wird die weitere Entwicklung in Bugtonna gerne unterstützen und die anstehenden Entscheidungen kritisch begleiten.