Weiteres Mauereidechsenvorkommen in Thüringen
Kürzlich hat den ART e.V. eine interessante Neuigkeit erreicht: Südthüringen ist um eine Reptilienart reicher. Im Pfarrgarten St. Kilian in Schleusingen wurden durch einen Ranger des Biosphärenreservats Thüringer Wald Mauereidechse dokumentiert!
Damit sind in Thüringen nun vier Vorkommen bekannt. Neben einem unter dem Kyffhäuserdenkmal, einem bei Neudietendorf (Gotha) und einem bei Kleinreinsdorf (Greiz) und dem aktuellen Fund in Schleusingen ist nur noch Westthüringen ohne Nachweis. Die drei bislang bekannten Vorkommen sind allochthon, also nicht standortheimisch, und stammen von ausgesetzten Tieren ab.
Die eigentlich eher südeuropäische Art fühlt sich in Thüringen im Zuge des Klimawandels zusehends wohl und die Populationen können in freier Wildbahn, ohne menschliches Zutun, selbstständig überleben. Was nicht ganz unproblematisch ist, da sie ja durch Menschen in die Lebensräume eingebracht wurden und es Hinweise auf die Verdrängungen heimischer Echsen gibt.
In Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen 61 (1) haben Heiko Uthleb und Klaus Böhm eine rechtliche Bewertung der thüringer Mauereidechsenvorkommen vorgenommen und kommen zu dem Fazit, dass Mauereidechsen als streng geschützt anzusehen sind und damit Bekämpfungsmaßnahmen, zum Erhalt anderer Arten, sowie Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung nur mittels behördlicher Ausnahmegenehmigung und beim Fehlen von Alternativen anwendbar sind. Nach wie vor ist das Aussetzen von allochthonen Arten streng verboten und zu unterlassen. Eine Förderung der Art durch Schutzmaßnahmen, auch bei schlechtem Habitatzustand, ist nicht sinnvoll.
Bild zur Meldung: Mauereidechse in ihrem typischen Habitat, lockerem Gestein. H. Uthleb















